Beispiele für Angaben zum Geschäfts- oder Firmenwert |
|
- |
Metro AG
Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden in
Übereinstimmung mit IFRS 3 aktiviert und regelmäßig einmal pro Jahr
– bei Vorliegen von Anhaltspunkten auch zwischendurch – auf
Wertminderungen hin überprüft und gegebenenfalls auf den niedrigeren
erzielbaren Betrag (Recoverable Amount) abgeschrieben. Eine
Zuschreibung erfolgt bei Fortfall der Gründe einer in Vorjahren
vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibung nicht. Die Prüfung der
Geschäfts- oder Firmenwerte auf Wertminderung erfolgte auf Ebene der
so genannten „zahlungsmittelgenerierenden Einheit“ (ZGE). Die ZGE
ist definiert als die kleinste identifizierbare Gruppe von
Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugt, die weitestgehend
unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder
anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Diese Bedingungen treffen
für den Bereich der METRO Group auf die Organisationseinheit
Vertriebslinie je Land zu.
Post AG
Seit Januar 2005 werden Firmenwerte gemäß IFRS 3 nach dem so
genannten Impairment-only-Approach bilanziert. Dieser legt fest,
dass ein Firmenwert im Rahmen der Folgebewertung grundsätzlich zu
Anschaffungskosten abzüglich ggf. kumulierter Korrekturen aus
außerplanmäßigen Wertminderungen zu bewerten ist. Damit darf ein
erworbener Firmenwert nicht mehr planmäßig abgeschrieben werden,
sondern muss, unabhängig vom Vorliegen von Indikatoren für eine
mögliche Wertminderung, jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung nach
IAS 36 unterzogen werden. Daneben bleibt die Verpflichtung zu einer
Werthaltigkeitsprüfung bei Vorliegen von Anzeichen für eine
Wertminderung bestehen.
Zum Zweck der Werthaltigkeitsprüfung wird der Firmenwert auf
zahlungsmittelgenerierende Einheiten, so genannte
Cash-Generating-Units (CGU) bzw. Gruppen von Cash-Generating-Units
verteilt. Die CGU für den Firmenwert stellen die Ebene dar, auf der
das Management den Firmenwert für interne Steuerungszwecke
kontrolliert. EXPRESS sowie DHL Exel Supply Chain und DHL Global
Forwarding gehören zu denjenigen CGU bzw. Gruppen von CGU, die einen
signifikanten Firmenwert aufweisen, vgl. hierzu Textziffer 23. Der
erzielbare Betrag einer CGU basiert auf ihrem Nutzungswert. Die
Berechnung des Nutzungswerts beruht auf Prognosen von Free
Cashflows, die zuerst mit einem Kapitalkostensatz nach Steuern
diskontiert werden. Im Anschluss werden Diskontierungssätze vor
Steuern auf Basis eines iterativen Prozesses ermittelt. Die
Cashflow-Prognosen basieren auf vom Management verabschiedeten
Detailplanungen für das EBIT und Investitionen, die einen
Dreijahreszeitraum umfassen. Zur Ermittlung des Wertbeitrags nach
der Detailplanungsphase werden die prognostizierten Free Cashflows
unter Nutzung einer langfristigen Wachstumsrate in Höhe von bis zu
3% extrapoliert. Die Wachstumsrate spiegelt die Erwartungen
hinsichtlich des Branchenwachstums von EXPRESS und LOGISTIK wider,
übersteigt jedoch nicht die geschätzte langfristige Wachstumsrate
derjenigen Länder, die den höchsten Ergebnisbeitrag zu den
jeweiligen CGU liefern.
Den Cashflow-Prognosen liegen sowohl Vergangenheitswerte als auch die
zukünftig erwartete generelle Marktentwicklung für Transportvolumen, Preise
und Servicequalität zugrunde. Außerdem werden für die Prognosen das Wachstum
der jeweiligen nationalen Geschäftstätigkeiten und des internationalen
Handels sowie die zunehmende Auslagerung der Logistikaktivitäten
berücksichtigt. Die Kosteneinschätzungen für das Transportnetzwerk und
Dienstleistungen haben ebenfalls einen Einfluss auf den Nutzungswert.
Der Kapitalkostensatz nach Steuern bestimmt sich durch den durchschnittlich
gewichteten Kapitalkostensatz (Weighted-average-Cost-of-Capital). Die
Fremdkapitalkosten wurden dahingehend angepasst, dass sie in Übereinstimmung
mit der Definition der Free Cashflows und des Buchwerts der CGU stehen. Der
angenommene Diskontierungssatz für EXPRESS und LOGISTIK liegt zwischen 7,3
und 7,6%.
Südzucker AG
Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß
IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) aktivierten Geschäfts- oder
Firmenwerte aus Erstkonsolidierungen. Außerdem sind hierunter
erworbene EDV-Software sowie gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte mit begrenzter Nutzungsdauer ausgewiesen. Von den Buchwerten
der Geschäftswerte zum 28. Februar 2006 von 1.746,4 Mio. € entfallen
auf das Segment Zucker Geschäftswerte in Höhe von 1.285,7 Mio. € und
auf das Segment Spezialitäten in Höhe von 460,7 Mio. €. Die Erhöhung
der Geschäfts- oder Firmenwerte in 2005/06 resultiert im
Wesentlichen aus dem vollständigen Erwerb der Anteile an der
Atys-Gruppe. Der Goodwill ist auf die gute Positionierung am
Weltmarkt, weltweit tätige Kunden, weltweites Rohstoffsourcing,
Synergiepotenziale im Rahmen der strategischen Ausrichtung und
vertikale Integration zurückzuführen. Um die Vorschriften des IFRS 3
in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle
Wertminderungen von Firmenwerten zu ermitteln, hat Südzucker seine
Zahlungsmittel generierenden Einheiten (Cash Generating Units)
entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im
Südzucker-Konzern sind dies das Segment Zucker, die
Freiberger-Gruppe, Surafti, Portion Pack, Stärke sowie Frucht. Die
im Vorjahr als selbstständige Cash Generating Units betrachteten
Gesellschaften Palatinit und Orafti wurden, der inzwischen
vereinheitlichten Führungsstruktur folgend, zu der Einheit
Functional Food zusammengefasst. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit
wird der Buchwert jeder Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäftswerte
und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Eine Wertminderung ist
vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag (Recoverable Amount) einer
Einheit niedriger als deren Buchwert ist. Der erzielbare Betrag wird
als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert (Net Selling
Price) bzw. Wert des erwarteten Mittelzuflusses aus dem
Vermögenswert (Value in Use) ermittelt.
Linos AG
Der Teil der Anschaffungskosten eines Unternehmens, der über den
erworbenen Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der
identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden im Erwerbszeitpunkt
hinausgeht, wird als Geschäfts oder Firmenwert bezeichnet und in der
Bilanz als Vermögenswert angesetzt. Der Geschäfts- oder Firmenwert
wird zu Anschaffungskosten abzüglich der aufgelaufenen
Wertminderungen bewertet.
Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird für Geschäftsjahre ab dem 01.
Januar 2005 nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Der Buchwert wird zu
jedem Bilanzstichtag im Hinblick auf seinen künftigen
wirtschaftlichen Nutzen überprüft. Zu diesem Zweck wird der mit
dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit erzielbare Betrag, dem
auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheit entfallenden Buchwert
gegenüber gestellt. Liegt der Buchwert der Einheit über deren
erzielbaren Betrag, so wird der Geschäfts- oder Firmenwert
außerplanmäßig abgeschrieben.
Linde AG
Für immaterielle Vermögenswerte ist zu prüfen, ob deren
Nutzungsdauer zeitlich bestimmt oder unbestimmt ist. Geschäfts- oder
Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter
Nutzungsdauer werden seit dem 1. Januar 2005 nicht mehr planmäßig
abgeschrieben, sondern zumindest jährlich, bei Anzeichen für eine
Wertminderung ggf. auch anlassbezogen, einem Werthaltigkeitstest („Impairment
Test“) unterzogen. Der Werthaltigkeitstest gemäß IAS 36 stellt den
Buchwert der entsprechenden Zahlungsmittel generierenden Einheit
bzw. des zu testenden Vermögenswertes dem erzielbaren Betrag
gegenüber. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus
Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich
Veräußerungskosten. Gemäß IAS 36 wird der Geschäfts- oder Firmenwert
der kleinsten Zahlungsmittel generierenden Einheit zugeordnet und
auf dieser Ebene auf Werthaltigkeit getestet. Im Rahmen des
Werthaltigkeitstestes wird zunächst der Nutzungswert der
Zahlungsmittel generierenden Einheit deren Buchwert
gegenübergestellt. Ist der Buchwert der Zahlungsmittel generierenden
Einheit nicht durch den Nutzungswert gedeckt, so wird überprüft, ob
der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten höher ist als
der Buchwert. Die außerplanmäßigen Abschriebungen eines
wertgeminderten Geschäfts- oder Firmenwertes oder eines
immateriellen Vermögenswertes mit unbestimmter Nutzungsdauer werden
in der Gewinn- und Verlustrechnung im operativen Ergebnis
ausgewiesen. Der Werthaltigkeitstest für den Geschäfts- oder
Firmenwert wird auf Ebene der kleinsten Zahlungsmittel generierenden
Einheit durchgeführt. Dies ist – bedingt durch die bisherige
Akquisitionsstruktur – diejenige Geschäftseinheit, mit deren Erwerb
der jeweilige Teil des Geschäfts- oder Firmenwert entstanden ist.
Dies hat zur Folge, dass der Geschäfts- oder Firmenwert ca. 100
unterschiedlichen Zahlungsmittel generierenden Einheiten zugeordnet
worden ist, jeweils mit einem unwesentlichen Einzelwert, und dort
einzeln auf Werthaltigkeit getestet wird. Der Goodwill in Höhe von
7.522 Mio. € verteilt sich mit 20 Mio. € auf Division Gases. Für die
Berechnung des Nutzungswertes der Zahlungsmittel generierenden
Einheiten werden für einen Detailplanungszeitraum von drei Jahren
aus der vom Management verabschiedeten Unternehmensplanung
Nettozahlungsströme auf Nachsteuerbasis abgeleitet. Die Ermittlung
der ewigen Rente erfolgt auf Grundlage der Nettozahlungsströme der
letzten verfügbaren Detailplanungsperiode. Die bei der Diskontierung
der Zahlungsmittelströme angewendeten Nachsteuerzinssätze
berücksichtigen die branchen- und länderspezifischen Risiken der
jeweiligen Zahlungsmittel generierenden Einheit. Bei der
Diskontierung der ewigen Rente kamen Wachstumsabschläge zur
Anwendung, die unterhalb der im Detailplanungszeitraum ermittelten
Wachstumsraten liegen und im Wesentlichen dem Ausgleich einer
allgemeinen Teuerungsrate dienen. Der zugrunde liegende
Vortseuerzins betrug im konzernweiten Mittel 10,2 Prozent (Vj. 9,6
Prozent). Der konzernweite Wachstumsabschlag für die Diskontierung
der ewigen Rente betrug durchschnittlich 2 Prozent.
|