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Was sind IFRS / IAS?

 

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 News International Financial Reporting Standards

Entwicklung der IFRS

Das im Jahr 1973 gegründete International Accounting Standards Committee (IASC) setzte sich zum Ziel, Rechnungslegungsstandards mit weltweiter Akzeptanz und Einhaltung zu entwickeln und dem Bedürfnis nach internationaler Vergleichbarkeit der Rechnungslegung gerecht zu werden.

Im Jahr 2001 erfolgte eine Umstrukturierung des IASC und die Umbenennung in International Accounting Standards Board (IASB). Sämtliche bis dato vom IASC verabschiedeten International Accounting Standards (IAS) behielten zunächst ihre Gültigkeit und wurden (und werden noch) nach und nach modifiziert oder vom IASB durch neue Standards ersetzt. Die neuen, vom IASB entwickelten Rechnungslegungsstandards heißen nunmehr International Financial Reporting Standards (IFRS) und werden fortlaufend durchnummeriert.

Der IASB wird in der Auslegung der Standards von dem IFRS Interpretations Committee (vormals International Financial Reporting Interpretations Committee, kurz IFRIC und bis 2001 Standing Interpretations Committee, kurz SIC) unterstützt. Dessen Aufgabengebiet umfasst die Beantwortung von Fragen und Interpretationen seitens der IFRS-Anwender und schafft somit eine inhaltliche Verbindung der einzelnen IFRS. Zudem unterbreitet das IFRS Interpretations Committee aufgrund seiner Erfahrungen mit Umsetzungsproblemen dem IASB Vorschläge zur Verbesserung einzelner Standards.

 

      

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Wer muss nach IFRS bilanzieren?

Im Juli 2002 haben das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union die Verordnung Nr. 1606/2002 (sog. IAS-Verordnung) erlassen. Danach haben kapitalmarktorientierte Unternehmen ihre Konzernabschlüsse für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2005 beginnen, nach den Vorschriften IFRS aufzustellen. Kapitalmarktorientierte Unternehmen im Sinne der IAS-Verordnung sind Mutterunternehmen, deren Wertpapiere (Aktien und/oder Schuldverschreibungen) zum Handel an einem organisierten Kapitalmarkt innerhalb der Europäischen Union zugelassen sind.

Neben der verpflichtenden Anwendung von IFRS im Konzernabschluss wurde den Mitgliedstaaten das Wahlrecht eingeräumt, die Anwendung der IFRS auf Einzelabschlussebene bzw. auf Konzernabschlussebene für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen entweder zu gestatten oder gar zwingend vorzuschreiben.

In Deutschland wurde durch das im Dezember 2004 verabschiedete Bilanzrechtsreformgesetz (BilReG) u.a. diese IAS-Verordnung in nationales Recht umgesetzt. Gemäß § 315e HGB haben nicht kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen ein Wahlrecht, ihren Konzernabschluss mit befreiender Wirkung nach IFRS aufzustellen. § 315e Abs. 1 HGB schreibt darüber hinaus sowohl für verpflichtend als auch freiwillig aufgestellte IFRS-Konzernabschlüsse die Beachtung bestimmter nationaler Vorschriften (z.B. zum Lagebericht, zur Prüfung und Offenlegung von Konzernschlüssen und bestimmten Angaben gem. § 313 f. HGB) vor.

Beim Einzelabschluss eröffnet das BilReG großen Kapitalgesellschaften die Möglichkeit, dass in den Pflichtveröffentlichungen ein IFRS-Einzelabschluss an die Stelle des traditionellen HGB-Abschlusses treten kann. Das Unternehmen wird damit in die Lage versetzt, sich seinen Geschäftspartnern mit einem auf Informationszwecke zugeschnittenen, international "lesbaren" Abschluss zu präsentieren. Für Zwecke der Ausschüttungsbemessung und der Besteuerung ist aber auch weiterhin ein HGB-Einzelabschluss aufzustellen. Unternehmen, die sich entscheiden auf IFRS umzustellen, werden also auf Einzelabschlussebene auf längere Zeit zweigleisig fahren müssen.

Die (freiwillige) Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS kann z.B. für solche Unternehmen von Interesse sein, die sich auf den Gang an die Börse vorbereiten oder deren Banken für das Rating einen Abschluss nach IFRS erwarten. Des Weiteren können die Orientierung an den Informationsbedürfnissen der shareholder oder die Vereinheitlichung des internen Konzernreportings Motive für die Umstellung auf IFRS sein.

 

 

Kapitalmarktorientierte Unternehmen

Nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen

Konzernabschluss

IFRS-Pflicht

IFRS-Wahlrecht (§ 315a HGB)

Einzelabschluss

-       Für Rechtsfolgen: HGB-Pflicht

-       Für Offenlegungszwecke: IFRS-Wahlrecht (§ 325 Abs. 2a HGB)

 

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System der IFRS

Das Normensystem der IFRS besteht im Grunde aus den Standards (IAS und IFRS), den Interpretationen zu den Standards (SIC und IFRIC) sowie dem theoretischen Rahmenkonzept (Conceptual Framework).

Damit hat das Regelwerk des IASB einen dreistufigen Aufbau:

  • Stufe 1:  Einzelstandards (IFRS und IAS), von denen IAS 1 Ausweis- und Gliederungsfragen behandelt und IAS 2 bis 41 sowie IFRS 1 ff. Einzelfragen der Rechnungslegung,

  • Stufe 2: Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (früher IFRIC bzw. SIC) zu den Standards,

  • Stufe 3: Rahmenkonzept, in dem Ziele und Anforderungen der Rechnungslegung beschrieben sowie die Elemente der Rechnungslegung definiert werden.

Hierbei gehen die Standards und die Interpretationen als speziellere Regelungen im Konfliktfall dem Rahmenkonzept vor.

 

 

 

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Entstehung der IFRS

Für den Entwurf neuer IFRS und die Revision eines bestehenden Standards ist ein formelles Standardsetzungsverfahren (standard setting process oder due process) vorgesehen. Dabei handelt es sich um ein formalisiertes Verfahren, in dem die interessierte Fachöffentlichkeit Gelegenheit zur Stellungnahme hat.

Das formelle Standardsetzungsverfahren beinhaltet folgende Schritte:

1.     Projektvorschlag und Aufnahme ins Arbeitsprogramm

2.     Informationssammlung und weitere Vorarbeiten

3.     Entwurf und Veröffentlichung eines Diskussionspapiers (Discussion Paper) sowie eingehende Stellungnahmen

4.     Entwurf und Veröffentlichung eines Standardentwurfs (Exposure Draft) sowie eingehende Kommentierungen

5.     Finalisierung und Veröffentlichung eines IFRS

6.     Aktivitäten im Nachgang (z.B. Post-implementation Review, kurz PIR)

 

 

Anhand von Kriterien zur Einschätzung von Bedarf und Nutzen trifft das IASB eine Entscheidung, welche Projekte in sein Arbeitsprojekt aufgenommen werden. Berücksichtigt werden bei dieser Entscheidung zudem eigene Forschungs- und Untersuchungsergebnisse sowie Ergebnisse einer ggf. vorangegangenen Entwicklung und Veröffentlichung eines Diskussionspapiers, zu dem Stellungnahmen von der interessierten Fachöffentlichkeit (comment letters) erbeten werden.  Darüber hinaus wird das Arbeitsprogramm des IASB einer alle drei Jahre durchzuführenden öffentlichen Agenda-Konsultation unterzogen. Dabei bittet der IASB um Stellungnahme hinsichtlich der strategischen Ausrichtung und inhaltlichen Gewichtung seines Arbeitsprogramms.

Anschließend folgt auf Basis der eingegangenen Stellungnahmen ein Entwurf des späteren Standards (exposure draft), der wiederum zur Kommentierung veröffentlicht wird. Nach Auswertung und Prüfung der zu dem Standardentwurf eingegangenen Stellungnahmen erfolgt dann die Verabschiedung des endgültigen Standards. Gegebenenfalls erfolgt bei sehr starken Einwendungen teilweise eine überarbeitete Entwurfsfassung (re-exposure), bevor der endgültige Standard verabschiedet wird

Nach der Finalisierung des Standards werden neben dem Standard ebenfalls weitere Erläuterungen veröffentlicht. Dazu zählen die Grundlagen der Schlussfolgerungen (basis for conclusions) oder abweichende Meinungen von IASB-Mitgliedern (dissenting opinion).

Im Nachgang zu neuen oder wesentlich geänderten Standards wird nach zweijähriger Anwendungsphase eine sog. Post-Implementation Review (PIR) durchgeführt. Durch dieses zeitlich nachgelagerte Element des Standardisierungsverfahrens soll überprüft werden, ob das Ziel der Verbesserung der Finanzberichterstattung mit dem jeweiligen Standard erreicht wurde.

 

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Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen HGB (BilRUG) und IFRS (Stand: Juli 2017)

Überblick


Auswirkungen der Umstellung auf IFRS in Deutschland

Die unterschiedlichen Grundprinzipien der Rechnungslegung nach HGB und IFRS haben erhebliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zufolge. Im Gesamtbild ergab sich für die Bilanzierung und Bewertung nach IFRS eine Tendenz eines höheren Eigenkapitalausweises durch Verhinderung der Bildung von stillen Reserven und durch frühere Gewinnrealisierung gegenüber den zum Zeitpunkt der Umstellung geltenden handelsrechtlichen Vorschriften.

In einer 2011 durchgeführten Untersuchung bei deutschen kapitalmarktorientierten Unternehmen haben sich die beschriebenen Auswirkungen der Umstellung im Geschäftsjahr 2005 bestätigt.

 

 

Bilanzposition / Kennzahl

Mittelwert der Veränderung

Aktivposten

Anlagevermögen

+ 26%

Immaterielle Vermögensgegenstände

+ 37%

Geschäfts- und Firmenwerte

+112%

Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände

+ 43%

Sachanlagen

+ 25%

Finanzanlagen

+  2%

Umlaufvermögen

+  1%

Vorräte

+  1%

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

+  2%

Passivposten

Fremdkapital

+ 11%

Verbindlichkeiten

+ 37%

Rückstellungen

-15%

Pensionsrückstellungen

+ 35%

Sonstige Rückstellungen

-30%

GuV

Jahreserfolg (GuV)

+ 27%

   (Quelle: Coenenberg et al. (2011); in: KoR, S.133 ff.)                    

Im Folgenden werden die Ursachen für die höchsten relativen Veränderungen dargestellt:

  • Immaterielle Vermögensgegenstände: Nach IFRS sind Entwicklungskosten immaterieller Vermögenswerte zu aktivieren, wohingegen die alte Fassung des HGB ein Aktivierungsverbot vorschrieb (inzwischen gilt nach § 248 Abs. 2 HGB ein Wahlrecht)

  • Geschäfts- und Firmenwerte: Unternehmen konnten ein Wahlrecht zur retrospektiven Anwendung von IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse ausüben. Die Auswirkungen der Umstellungen entscheiden sich daher erheblich für Unternehmen, die prospektiv angewendet haben von denen, die retrospektiv angewendet haben. Es sind daher Zunahmen, Minderungen und keinerlei Veränderungen der Bilanzposition festzustellen.

  • Verbindlichkeiten: Der Wertanstieg ist auf eine zunehmende Passivierung von Leasingverbindlichkeiten sowie vielfach auf die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten zum Zeitwert zurückzuführen.

  • Pensionsrückstellungen: Der Wertzuwachs der Pensionsrückstellungen ist durch die Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rententrends sowie durch den nach IFRS verwendeten kapitalmarktorientierten Rechnungszins, der wesentlich unter dem handelsrechtlichen Zinssatz lag, begründet.

  • Sonstige Rückstellungen: Der Rückgang ist im Wesentlichen dadurch begründet, dass nach IFRS im Gegensatz zum handelsrechtlichen Konzernabschluss keine Aufwandsrückstellungen passiviert werden können.

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